Schlechte Luft in Krankenhäusern

Man sollte davon ausgehen, dass in Arztpraxen und Krankenhäusern die Luft perfekt ist, oder uns zumindest nicht Krank macht. Doch weit gefehlt.

Ausgerechnet in Arztpraxen und Krankenhäusern ist unserer Erfahrung nach die Luft viel schlechter als überall sonst. Vor allem VOC ist dort ein extrem großes Problem.

Während alle Auf CO2 starren, und dies als Maß für gute Luftqualität in Innenräumen betrachten, werden die VOCs völlig vergessen. Wie CO2 sind VOCs auch Gase und Stoffe, die in der Luft schweben. Sie entstehen meist im Gebäude durch Farbe, Reinigungsmittel, Bakterien, Staub und vieles mehr. Da ausgerechnet in Krankenhäusern so sehr auf Hygiene geachtet und daher regelmäßig desinfiziert und Geputzt wird, erhöht genau dieses die VOCs in der Atemluft nach kurzer Zeit auf ein Gesundheitsschädliches Niveau.

Trotz den Vorschriften in vielen Ländern, dass alle öffentlichen Gebäude mindestens 3 x mal pro Stunden die gesamte Innenraumluft durch gefilterte Außen Luft austauschen müssen, konnten wir solch eine Lüftungsanlage weder in Polen noch Deutschland noch den USA in Krankenhäusern und Arztpraxen vorfinden. Und zwar bisher ausnahmslos. Selbst wenn es solche Anlagen in irgend wo geben würde, werden diese meist nach dem CO2 Gehalt der Innenraumluft geregelt und VOC dabei völlig vernachlässigt.

Eine Freundin von uns hatte ihr CO2 und VOC Messgerät mit ins Krankenhaus genommen. Sie durfte es dort aber nicht einschalten. Die Reaktion auf Luftmessgeräte in Krankenhäusern ist eher so, als würde man jemanden auf frischer Tat ertappen und jeder hat nur noch ausreden, warum man so ein Gerät nicht im Krankenhaus einschalten darf. Dies legt die Vermutung nahe, dass das Problem in Krankenhäusern möglicherweise bekannt ist, und absichtlich ignoriert wird. Sowohl für CO2 als auch für VOCs gibt es in jedem Land Vorschriften für die maximal zulässige Konzentration, und wir haben bisher weder eine Arztpraxis noch eine Klinik gefunden, die nach unseren Messungen auch nur ansatzweise innerhalb dieser Grenzwerte liegt.

Speziell in Wartebereichen und den Krankenzimmern werden diese Werte unserer Erfahrung nach um ein vielfaches überschritten.

Ein Beispiel einer Gemeindehalle

Eine große Halle in den USA, welche am Wochenende für Veranstaltungen genutzt wird, hatte während unserem Besuch katastrophale Messwerte.

Bereits in der nähe der offenen Eingangstüre begannen die Werte zu steigen und erreichten wenige Sekunden nach betreten der Halle den Maximalwert, welches unser Gerät anzeigen kann.

In Gesprächen mit den Verantwortlichen konnten wir nur Ratlosigkeit feststellen. Jeder wusste zumindest, dass man sich in der Halle unwohl fühlt und kaum atmen kann. Aber niemand hatte dies jemals gemessen oder versucht etwas dagegen zu unternehmen. Die Gängige Meinung hierbei war lediglich: "Das ist halt in Gebäuden so, da kann man nichts machen."

Doch genau das ist falsch. Man könnte in den meisten Gebäuden sehr einfach etwas dagegen unternehmen. Kompliziert wird es erst, wenn man sich an die Energieeinsparungsverordnung der Länder halten soll. Genau diese Verordnungen sehen  vor, dass man alles dicht geschlossen halten soll. Wobei andere Vorschriften, nämlich die für die Gesundheit, genau das Gegenteil vorschreiben. Im Bauwesen wird deshalb weltweit der Vorschrift der Energieeinsparung Vorrang vor der Gesundheit gegeben.